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Als Tochter niederländischer Musiker wuchs Laura Oomens ab 1980 in Deutschland auf. Schon als zweijährige war sie hellauf begeistert von der Geige und imitierte ihren Vater Radboud beim üben mit einem Badmintonschläger und einer Fliegenklatsche. Es dauerte nicht lange, da bekam sie von ihm, Radboud Oomens den ersten Unterricht. Acht Jahre später übernahm Professor Herman Krebbers die Verantwortung. Unter seiner Supervision durfte Laura bis zu Beginn des Hochschulstudiums ihre geigerische Ausbildung fortsetzen.
Das Studium begann 1998 in Berlin an der Universität der Künste Berlin bei Professor Uwe- Martin Haiberg, welches sie in 2003 mit dem Diplom abschloss. Danach erfolgte ein "Master of Music Performance" in London bei Professor David Takeno in 2004.

Während und auch nach ihrem Violinstudium wirkte Laura als Aushilfe und durch Zeitverträge in verschiedenen renommierten Orchestern mit, wie zum Beispiel dem Deutschen Sinfonie Orchester Berlin, dem Rundfunk Sinfonieorchester Berlin, dem Berliner Konzerthausorchester und dem NDR Elbphilharmonie Orchester Hamburg. Sie wurde auch eingeladen zu kleineren Ensembles sowie der Kammerakademie Potsdam und dem Scottish Chamber Orchestra.
Seit 2007 lebt Laura wieder in den Niederlanden, wo sie ab dem Zeitpunkt drei Jahre Mitglied war im Residentie Orkest Den Haag als erste Geigerin, im letzten Jahr als zweite Konzertmeisterin.
In 2009 gründete sie zusammen mit einem Partner das Unison Chamber Music Festival in Sangerhausen, welches zwei Sommer lang Konzerte in und um Sangerhausen generiert hat.
Die Liebe zur Kammermusik haben Laura nach IMS Prussia Cove (UK), dem Gaia Music Festival (CH) und zu verschiedenen Festivals in den Niederlanden gebracht.
Von 2012 bis 2016 war Laura Mitglied im Vespucci Streichquartett, welches in 2015 seine Debüt-CD aufnahm.

Seit 2012 ist Laura Mitglied im Niederländischen Kammerorchester. Auch ist sie bisweilen zu Gast bei anderen Ensembles und Orchestern als Primarius oder Stimmführerin.
Mit ihrer eigenen Konzertreihe 'Close–up Classics' organisiert Laura Kammermusikkonzerte an besonderen Orten in und um Haarlem (NL). In 2020 und 2021 fanden diese Konzerte statt unter dem Namen "Anderthalbemeterkonzerte" um die Gesundheit der Konzertbesucher in der Pandemie zu gewährleisten. 
Laura unterrichtet gerne diejenigen, die auf der Suche sind nach neuer Inspiration und erweiterte technische als musikalische Entwicklung.

Im Sommer 2022 steht das Debüt vom "Oomens Trio" ins Haus: eine kammermusikalische Begegnung mit ihrem Vater, dem Geiger Radboud Oomens und ihrer Schwester, Cellistin Andrea Millett (geborene Oomens), wobei Laura auf der Bratsche zu hören sein wird.

Laura  spielt mit viel Freude auf einer Joseph Gagliano aus 1779, die ihr zur Verfügung wird gestellt durch den Niederländischen Nationalen Musikinstrumenten Fonds.

Die Bratsche die Laura seit 2021 als Leihgabe bespielt ist von Ritz Iwata aus Amsterdam. Der Bratschenbogen ist von Daniël Ter Berg und ist ihr ebenfalls zur Verfügung gestellt durch den Nationalen Musikinstrumenten Fonds.

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Radboud Oomens wurde in Breda (Niederlande) geboren, studierte am Sweelinck-Konservatorium in Amsterdam bei Professor Hermann Krebbers und schloss 1977 mit dem „Prix d’Excellence“ ab. 1971 gewann er beim Oscar-Back-Wettbewerb den „Donemus-Preis“ und den „Preis der Stadt Amsterdam“ und 1976 den ersten Preis beim Iordens-Nationalwettbewerb.

Im Alter von 19 Jahren wurde er vom Gelders-Orchester in Arnheim zum ersten Konzertmeister ernannt und trat als Solist in Rundfunk und Fernsehen auf. Seine Leidenschaft für Kammermusik führte ihn 1980 nach Heilbronn, wo er Konzertmeister im Württembergischen Kammerorchester wurde.

Nach vielen Tourneen in der ganzen Welt konnte Radboud Oomens seinen Traum mit der Gründung des Trios Kairos in Hamburg verwirklichen, das schnell großen Erfolg hatte und mehrere CDs veröffentlichte.
Radboud Oomens war seit 1984 erster Violinist beim NDR Elbphilharmonieorchester in Hamburg.

Er gründete 1998 die Geza Frid Stiftung, um diesen in der Niederlande lebenden Ungarischen Komponisten (1904-1989) wieder aus der Vergessenheit heraus zu holen.

Er gab seine langjährige Erfahrung im Orchester Studierende der Musikhochschulen in Deutschland in Meisterkursen „OrchesterPro“ am Orchesterzentrum Nordrhein Westfalen (seit 2007) und an der „Landesmusikakademie Rheinland-Pfalz“ in Neuwied- Engers (seit 2009) weiter. Eine Veröffentlichung zu diesem Thema erfolgte in der Zeitschrift „Das Orchester“ (10/2007).

Seit 2010 engagierte er sich in der Dirigentenwerkstatt der Hans-Eisler-Hochschule für Musik in Berlin, wo er nicht nur als Geiger auftrat, sondern auch Vorlesungen hielt zu den diversen Möglichkeiten der Violintechnik im Orchester.

Seit seiner Pensionierung 2017 konzentriert er sich ganz auf die Kammermusik mit seinen Partnern, dem großen Geiger Mark Lubotsky, Schüler von Jampolski und Oistrach, (1931-2021), den Geigerinnen Harim Chun (/Hamburg), Valentina Paetsch (Berlin) und Jaewon Lee (Amsterdam), den Cellisten Christopher Franzius, Christoph Rocholl, Honorine Schaeffer, Johann Sebastian Paetsch, Rafaela Paetsch und Olga Dovbusch, den Bratschisten Jan Larsen, Erik Wenbo Xu, Mischa Rothenberger und Jean-Baptiste Brunier, den Pianistinnen Catherine Sternis, Yoko Yamada, Irina Kolesnikova, Ulrike Payer und Cosima Favier.

Sein Interesse für die Solowerke von Bach hat sich weiter gesteigert durch den Kontakt mit der Musikwissenschaftlerin Prof. Dr. Helga Thorn (1930-2021), die diese Werke auf die verborgenen Choralzitaten hin analysiert hat. Seit 2019 spielt Radboud Oomens die Chaconne, sowie die Sonaten g-moll, a-mol und C-Dur regelmäßig mit dem Vokal Ensemble Laetitia in Süd Frankreich und ganz rezent auch mit Mitgliedern des NDR Vokal Ensembles in Hamburg.

Und seit einiger Zeit kommen - logischerweise - seine Töchter Laura Oomens (Violinistin im Niederländischen Kammerorchester und Bratschistin) und Andrea Oomens (Cellistin in München) mit ihm zusammen als Oomens Trio.

Seit 1970 spielte Radboud Oomens auf einer Violine von Nicola Amati (Jahr 1650), die er nun einem talentierten jungen Geiger zur Verfügung gestellt hat.

Er spielt auf einer modernen Violine von Alain Carbonare, gebaut in Mirecourt 2017.

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Die 1981 geborene niederländische Cellistin Andrea Millett (geborene Oomens) erhielt ihren ersten Cellounterricht im Alter von drei Jahren bei Szusza von Ahn in Hamburg. Sie besuchte ein musisches Gymnasium und sammelte als Tochter einer Musikerfamilie schon früh Erfahrungen in Jugendorchestern und in der Kammermusik. Zu ihren Lehrern zählen Gerda Angermann und Christoph Rocholl (NDR). Nach einem einjährigen USA-Aufenthalt in Florida und drei Jahren als Jungstudentin in Arnhem (Niederlande) studierte sie von 2001 bis 2006 Diplom-Orchestermusik an der Musikhochschule „Hanns Eisler“ in Berlin bei Prof. Josef Schwab und Stefan Giglberger. Ein privates Aufbaustudium bei Prof. Reiner Ginzel in München rundet ihre Ausbildung ab. Andrea Millett war zwei Jahre lang Substitut im Berliner Konzerthausorchester und spielte regelmäßig als Solocellistin bei der Berliner Kammeroper. Konzertreisen führten sie nach Spanien, Frankreich, Österreich, Italien, China, USA, in die Schweiz und in die Niederlande. Nach dem Diplom mit Bestnote im Februar 2006 zog sie nach München, wo sie sich als Cellolehrerin und freischaffende Cellistin einen Namen gemacht hat. Andrea Millett tritt regelmäßig mit diversen Orchestern und Ensembles in und um München, sowie Deutschlandweit als Aushilfe in namhaften Klangkörpern, wie den Jenaer Philharmonikern und dem Orchester des Staatstheaters Cottbus, auf. Seit 2017 ist sie als festes Mitglied stellvertretende Solocellistin im Orchester des Freien Landestheaters Bayern. Ihr besonderes Engagement gilt der Kammermusik in verschiedenen Formationen. So entstand eine langjährige, enge Zusammenarbeit mit der Pianistin Yuko Tajima, sowie ein Streichquartett – das Ensemble L’Ascensione Pasing – welches sich durch eine facettenreiche Bandbreite an Repertoire von Bach bis Piazzolla auszeichnet. Die jüngste Formation ist das „Duo Mirande“, welches Andrea Millett gemeinsam mit der Pianistin Mirjam von Kirschten im Jahr 2022 gegründet hat und die Basis für variable Kammermusikprogramme mit verschiedenen Musikern und Künstlern bilden möchte. Den Anfang macht das Duo mit einer Konzert-Reihe unter dem Titel „Schicksal und Hoffnung“, in dem sich Meisterwerke der Cello-Literatur gegenüberstehen mit den Kompositionen einer zeitgenössischen Ukrainischen Komponistin.