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Das 1903 komponierte Intermezzo von Zoltán Kodály (1882-1967) ist ein sehr charmantes Frühwerk, welches er noch vollkommen tonal und harmonisch schrieb, bevor Kodály zum "Vater der ungarischen Moderne" wurde. Ein romantisches "Schmankerl" könnte man so sagen; eben die Vorspeise auf unserem musikalischen Menü. Es ist ein köstliches Scherzo von einer Leichtigkeit und Frische, die direkt aus den Quellen des ungarischen Volkslieds gespeist war und nicht auf Klischees von “Zigeunermusik” zurückgriff. Vorbild war die Serenade für Streichtrio von Kodálys Landsmann Dohnányi. “Aus drei miteinander verbundenen Episoden zusammengesetzt, zeigt das kurze Stück einen zugleich eleganten und leichten Stil (man denkt an einen Zigeuner-Mendelssohn), ohne jeden Bombast und ohne den leisesten Anflug eines Verbunkos (Csárdas).

Wen Sie vielleicht weniger kennen werden ist der Komponist Géza Frid. 

Er wurde am 25. Januar 1904 in Máramarossziget geboren, in Österreich-Ungarn (heute Rumänien). Er galt als musikalisches Wunderkind: mit sechs Jahren gab er bereits sein ersten Konzerte. Mit zwölf Jahren wurde er zugelassen an der Ferenc Liszt Academie in Budapest. Dort bekam er Klavierunterricht von Béla Bartók und Kompositionsunterricht von Zoltán Kodály; beide hatten einen grossen Einfluss auf sein Schaffen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sein Streichtrio nebst Quartett entstanden 1927.  Seit dem Zweiten Weltkrieg durfte Frid als statenloser Jude nicht mehr öffentlich auftreten. Er organisierte clandestiene Hauskonzerte und schloss sich an beim Künstlerwiderstand in Amsterdam. 1948 erhielt er die niederländische Staatsbürgerschaft. Nach dem Krieg nahm Frids Karriere einen Höhenflug. 

 

Frid war auch aktiv als Autor, Musikprofessor und als Musikredacteur. Seine Autobiografie ‘In achtzig Jahren um die Welt’ wurde 1984 veröffentlicht. Frids musikalisches Schaffen beschlägt über hundert Kompositionen und kann eingestuft werden als gemässigt modern. Die Wurzeln seiner Kompositionen liegen in der ungarischen Folklore seines Geburtslandes.

 

Géza Frid verstarb am 13 september 1989 in Beverwijk (Niederlande). 

Die Géza Frid Stiftung, die durch Radboud Oomens mitbegründet wurde, bemüht sich seit 1998 darum, seine Kompositionen dem Publikum zu vermitteln. Radboud Oomens hat viele seiner Werke aufgeführt und sich mit viel Liebe Géza Frid's Werken gewidmet. Die Familien Oomens und Frid sind bis heute befreundet. 

Weitere Informationen zu diesem Komponisten sind zu finden unter www.gezafrid.eu 

Ein bisschen im Schatten steht die Gattung Streichtrio ohnehin. Fest etablierte Trio-Besetzungen sind die Ausnahme. Mozarts einziges Streichtrio, das Divertimento KV 563, steht außerdem im Ruf, höllisch schwer zu sein – und das durchaus mit Recht. Kommt hinzu, dass sich in einer Trio-Besetzung keiner im Ensemble verstecken kann. So hört man diese wunderschöne Musik im Konzert viel zu selten.

In seinem Streichtrio kennt Mozart keine festen Rollenverteilungen. Alle Instrumente kommen dran, jeder darf sich hier aussingen, gelegentlich auch austoben. Mal ist die Geige Begleitinstrument, mal übernimmt die Bratsche den Bass, und das Cello wird stellenweise in schwindelnde Höhen getrieben. Sechs Sätze hat das Divertimento. Das Ganze wird eingerahmt von zwei schnellen am Beginn und am Schluss, dazwischen stehen zwei langsame Sätze, jeweils gefolgt von einem Menuett. Der dritte Satz zum Beispiel, das erste Menuett, verschiebt den Schauplatz ins Freie. Ein Zwiefacher wird da getanzt. Der vierte Satz, ein Andante mit Variationen, schickt ein scheinbar simples Thema durch Himmel und Hölle. Anschließend, im zweiten Menuett, hört man Hornquinten und typische Jagdmotive. In gewisser Weise ist dieses Divertimento bis hin zum Finale ein Achttausender der Kammermusik – vergleichbar nur mit dem Schubert-Quintett oder den späten Beethoven-Quartetten. 

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Kodály bei Frid zu Hause in Amsterdam, 1966

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Géza Frid als Wunderkind
(mit Perücke!)